Die in Köln ansäßige Sedo GmbH, eine der weltweit führenden Handelsbörsen für Domains, hat ihre Studie über den Domainmarkt 2008 vorgelegt. Dieser Bericht ist vor allem interessant, weil Sedos Marktplatz über ein großes Handelsvolumen und somit über eine Fülle an Referenzdaten verfügt. Somit dürften die von Sedo analysierten Daten durchaus einen repräsentativen Ausschnitt des weltweiten Markets darstellen.
Im ersten Abschnitt der Studie stellt Sedo fest, dass .com weiterhin die populärste generische Top-Level Domain (gTLD) ist: In 76% aller Domainverkäufe ging es um den Transfer einer .com-Domain. Erwartungsgemäß folgen mit großem Abstand .net (9%), .info (7%), .org (5%) und .biz (3%).
Bei den länderspezifischen Domainendungen (country-code TLDs; ccTLDs) spielt die deutsche Endung .de mit einem Marktanteil von 61% die Hauptrolle. Diese Statistik dürfte nicht ganz repräsentativ für den weltweiten Domainhandel sein, weil Sedo als deutsches Unternehmen einen entsprechend großen Anteil deutscher Kunden hat, woraus die hohe Zahl an .de-Verkäufen folgt. Dennoch gehört .de zweifelsohne auch weiterhin zu den beliebtesten Länder-TLDs im Internet. Auf Platz zwei der Statistik liegen gemeinsam .co.uk (United Kingdom, 13%) und .eu (Europa, 13%), weit dahinter folgen .es (Spanien, 4%), .fr (Frankreich, 3%), .nl (Niederlande, 3%) sowie .cn (China) und .it (Italien) mit ähnlich niedrigen Anteilen.
Besonders interessant ist das gesamte Handelsvolumen von Sedo im Jahr 2008: Wurden 2004 noch ca. 7,6 Millionen Euro an Domains gehandelt, waren es 2008 über 53 Millionen Euro. Damit konnte Sedo den Wert der Domainverkäufe von 2007 von knapp unter 50 Millionen Euro noch einmal kräftig steigern. Die Entwicklung innerhalb des Jahres 2008 dürfte nicht überraschen. Im zweiten und dritten Quartal wurden die meisten Domains gehandelt, im vierten Quartal brachen die Verkäufe ein. Sedo gibt als einen Grund die sich verstärkende Finanzkrise an.
Die Studie geht noch auf weitere Statistiken ein, ich möchte jedoch vor allem auf die Daten zu sprechen kommen, aus denen man den Wert vergleichbarer Domains ableiten könnte. Hierfür stellt Sedo Daten bereit, die das Verkaufsvolumen auf die einzelnen TLDs aufteilen:
Letztes Jahr wurden insgesamt 17.643 .com-Domains über Sedo gehandelt, etwa 5.000 mehr als im Vorjahr. Allerdings brach der durchschnittliche Verkaufspreis stark ein, er sank von 3.417 Euro (2007) etwa um die Hälfte auf 1.700 Euro. So sank auch der Gesamtwert der verkauften .com-Domains innerhalb eines Jahres von ungefähr 42,5 Millionen Euro auf unter 30 Millionen Euro. Überhaupt ist ein starker Rückgang der durchschnittlichen Preise bei allen generischen Domainendungen zu beobachten. Nur der Anstieg an getätigten Verkäufen konnte den Gesamtwert der abgewickelten Transaktionen ungefähr auf dem Vorjahresniveau halten oder leicht steigern. Bei gTLDs ist also ein großer Preisrückgang festzustellen, aber positiv fällt auf, dass es 2008 eine große Zahl von Käufern gab.
Bei den länderspezifischen TLDs sticht erneut .de hervor. Die deutsche TLD verzeichnete sowohl einen Anstieg der Verkaufszahl von 4.954 in 2007 auf 6.159 im Jahr 2008 als auch einen Anstieg des durchschnittlichen Preises, der von 1.017 Euro auf 1.170 Euro stieg. Entsprechend fällt das Wachstum des Verkaufsvolumens kräftig aus: 2008 wurden über Sedo .de-Domains im Gesamtwert von ca. 7,2 Millionen Euro gehandelt (2007 waren es 5 Millionen Euro). Dies ist eine sehr erfreuliche Entwicklung, die Besitzer von .de-Domains darin bekräftigen sollte ihre Domains auch in diesen wirtschaftlich schwierigeren Zeiten nicht vorschnell unter Wert zu verkaufen. In .de-Domains steckt nachwievor großes Potential, und es besteht auch die Hoffnung, dass die Finanzkrise samt drohender Rezession deutsche Investoren nicht so stark treffen wird wie zum Beispiel die amerikanischen Anleger. Der deutsche Domainmarkt jedenfalls lässt Gutes hoffen.
Zum Abschluss möchte ich noch die Top-Verkäufe von Sedo auflisten. In US-Dollar umgerechnet ist es für 2008 eine .de-Domain, die an der Spitze steht. Kredit.de wurde für 892.500 Euro verkauft (1.176.672 US$). An zweiter Stelle folgt ebenfalls eine Finanz-Domain, nämlich Invest.com (1.015.000 US$), dahinter stehen u.a. Printer.com (650.000 US$) und Villas.com (350.000 €).
Weitere Informationen gibt es direkt bei Sedo, die Studie kann hier als PDF heruntergeladen werden.
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