Google schlägt Bezahlsystem für Verleger vor

Der amerikanische Suchmaschinengigant Google hat Verlegern in den USA jüngst ein Bezahlsystem vorgeschlagen, mit dem es im großen Stil möglich sein soll, einzelne Artikel über das Internet zu verkaufen. Eine Chance für traditionelle Medien.

Einem Bericht der Financial Times Deutschland zufolge hat die Suchmaschine Google amerikanischen Verlagshäusern ein neues Bezahlsystem vorgestellt, das sich in naher Zukunft als sehr nützlich erweisen könnte. Die traditionellen Zeitungen und Magazine kämpfen nämlich seit geraumer Zeit mit schrumpfenden Abonnentenzahlen und haben bislang noch kein Mittel gefunden, um endlich im Internet Kasse zu machen und die dahinschmelzenden Offline-Umsätze auszugleichen.

Besonders interessant macht Googles Vorschlag, dass Google selbst von den Verlegern in der Vergangenheit häufig wegen des Nachrichtendienstes Google News kritisiert worden ist. Denn Google News sammelt zentral Nachrichtenmeldungen der wichtigsten Agenturen, Zeitungen und Magazine und stellt eine kurze Einführung sowie einen Link zu dem Artikel auf seiner Seite online. Vielen Verlegern gefällt dies nicht, weil sie ihre Urheberrechte verletzt sehen. Dabei muss aber gesagt sein, dass Google keine ganzen Artikel veröffentlicht, sondern nur wenige Sätze und dann, wie bereits erwähnt, den interessierten Leser zum eigentlichen Angebot des Urhebers weiterleitet. Von daher dürfte Google News den traditionellen Medien eigentlich gelegen kommen, stellt es doch eine wichtige Schnittstelle zwischen Lesern und Herausgebern im Internet dar.

Aber es ist nicht neu, dass die großen Zeitungen bislang das Geschäftsmodell von Nachrichten im Internet nicht verstanden haben bzw. nicht nachvollziehen können, wie sie mit ihren Inhalten Geld verdienen können oder diese überhaupt einem großen Kundenkreis zur Verfügung stellen können.

Ursprünglich versuchten die meisten Seiten, sich mit Werbeeinnahmen über Wasser zu halten. Die Werbeeinkünfte sind nun aber rückläufig, so dass nun eine bessere Quelle für Einnahmen gefunden werden muss. Rupert Murdochs News Corporation hat deshalb angefangen, ihre aktuellen Inhalte und Archive nur noch gegen Bezahlung verfügbar zu machen. Lediglich den ersten Paragraph kann man zumeist kostenlos “anlesen”. Viele andere Unternehmen werden diesem Modell wohl folgen.

Google hat angekündigt, dass sein Bezahlsystem im nächsten Jahr fertiggestellt werden soll. Der Suchmaschinenkonzern möchte es dann, wahrscheinlich gegen eine Umsatzbeteiligung oder fixe Lizenzgebühr, den Verlegern zugänglich machen, damit diese im Internet sowohl ganze Abonnements also auch einzelne Artikel verkaufen und damit mehr Umsatz generieren können. Weil sich das System noch in Entwicklung befindet, sind bisher keine Details bekannt. Es ist aber damit zu rechnen, dass es sich großer Popularität erfreuen wird, denn die Verlagshäuser werden eifrig nach jedem Strohhalm greifen, der sie vor dem Ertrinken retten könnte.

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